„Zuerst bauen Menschen Häuser, dann bauen Häuser Menschen.“

Albert Schweitzer

Das Leistungsspektrum eines Architekturbüros umfasst (meistens) alle Phasen gemäß HOAI (Honorarordnung für Architekten und Ingenieure), also von der Grundlagenermittlung über die Entwurfs- und Ausführungsplanung bis zur Bauleitung und Abrechnung.
Es geht durchweg um sehr unterschiedliche Anforderungen, die alle sehr handfeste Lösungsvorschläge erfordern. Sehr häufig ist der enge Kostenrahmen dominierend während der gesamten Bearbeitungszeit eines Projektes.

Und doch ist fast jedes Projekt mehr als die Erfüllung von Einzelaspekten. Nur wenn es darüber hinaus gelingt, dem Gebäude eine weitere – wesentlich weniger deutlich greifbare – Realität zu geben, ist die eigentliche Aufgabe der Architektur erfüllt. Genau hier liegt der Reiz des Berufes. Aber auch die Verantwortung, auf die Albert Schweitzer hinweist.

Schub
laden
denken

Jedes Projekt ist eine neue Herausforderung. Es gibt keine Schubladenprojekte. Die darf es schon deshalb nicht geben, weil es keine „Schubladengrundstücke“ gibt.  

Jede Situation ist anders – eine andere Topografie, eine andere Umgebung, eine andere Himmelsrichtung, ein anderes Klima und ein anderer Nutzer. Architektur muss passen, nicht nur städtebaulich und gestalterisch, sondern auch funktional und konstruktiv. Dies ist eine Grundvoraussetzung – das Pflichtprogramm sozusagen. Im Aufspüren und Ausnutzen der vorhandenen „Freiheiten“ einer Situation liegt deren Reiz und Chance.

Architektur muss zeitgemäß und zeitlos sein. Das heißt, insbesondere im historischen Kontext soll erkennbar bleiben, in welchen Epochen die einzelnen Bauteile entstanden sind.

Moderne Architektur muss die Möglichkeiten der Moderne nutzen und gezielt einsetzen, nicht historisierend auftreten. Nur so gibt es eine bauhistorische Entwicklung, die weitergeführt werden kann. Andererseits ist Architektur viel zu langlebig, um auf kurzfristige Gags und Moden zu setzen. Gute Architektur, die etwas „sagen“ will, ist immer einfach, nicht aufgeregt. Dies wird in der Öffentlichkeit häufig verkannt. Hauptsache laut und bunt ist ein Motto, das zwar kurzfristig erfolgreich sein mag, im Bauen jedoch nicht angewandt werden darf, wenn man es mit der Verantwortung für die Umwelt und Menschen ernst meint.

Wir lieben Details!

Auch wenn einzelne Details unscheinbar wirken, beeinflussen sie das Raumgefühl, die Benutzerfreundlichkeit und die Wahrnehmung des Bauwerks.

Sie schaffen Verbindungspunkte zwischen Mensch und Umgebung und machen aus einem Gebäude nicht nur ein funktionales Objekt, sondern ein ästhetisches und lebenswertes Ganzes.